Abwaschbare Wandfarbe lohnt sich in Küche, Bad, Flur und Kinderzimmer. Maßgeblich ist die Nassabriebklasse nach DIN EN 13300: Klasse 1 mit unter 5 Mikrometer Abrieb nach 200 Zyklen ist am beständigsten, Klasse 2 mit 5 bis 20 Mikrometer gilt für Bad, Küche und Kinderzimmer, Klasse 3 mit 20 bis 70 Mikrometer für Wohn- und Schlafräume. Klasse 4 und 5 vertragen keine Reinigung.
Was bedeuten die Nassabriebklassen bei abwaschbarer Wandfarbe?
Die Nassabriebklasse nach DIN EN 13300 gibt an, wie viel Farbschicht beim Scheuern verloren geht. Es gibt fünf Klassen: Klasse 1 verliert unter 5 Mikrometer nach 200 Zyklen, Klasse 5 verliert 70 Mikrometer oder mehr nach 40 Zyklen. Eine niedrige Zahl bedeutet hohe Beständigkeit.
Die Norm misst den Abrieb in Mikrometern, also in Tausendstel Millimetern. Je weniger Schicht abgetragen wird, desto besser hält die Farbe der Reinigung stand. Die Klasse steht auf dem Etikett des Eimers und im technischen Merkblatt des Herstellers (sanier.de, Abruf 21.10.2026).
Die frühere Einteilung nach DIN 53778 sprach von waschbeständig und scheuerbeständig. Sie entspricht grob Klasse 3 beziehungsweise Klasse 1 bis 2 der heutigen Norm. Alte Farbeimer und ältere Tests führen noch diese Begriffe.
Die Klasse sagt nichts über Deckkraft, Glanz oder Geruch. Diese Eigenschaften regelt die Norm getrennt. Wer eine Wandfarbe wählt, prüft daher beide Angaben, wie der Beitrag Wandfarbe wählen: So passt die Farbe zu Raum, Licht und Möbeln erläutert.
| Klasse | Abrieb | Reinigung und Einsatz |
|---|---|---|
| Klasse 1 | unter 5 µm nach 200 Zyklen | verträgt leichtes Schrubben |
| Klasse 2 | 5 bis 20 µm | Bad, Küche, Kinderzimmer |
| Klasse 3 | 20 bis 70 µm | Wohn- und Schlafräume |
| Klasse 5 | 70 µm oder mehr nach 40 Zyklen | keine Reinigung (Klasse 4 ebenso) |
In welchen Räumen ist abwaschbare Wandfarbe sinnvoll?
Sinnvoll ist abwaschbare Wandfarbe in Küche, Bad, Flur, Kinderzimmer und Treppenhaus. Dort entstehen Spritzer, Fingerabdrücke und Stöße. Klasse 2 genügt für Küche, Bad und Kinderzimmer, Klasse 1 für Flächen mit Dauerbelastung. Die Klasse richtet sich nach der Belastung.
Wohn- und Schlafräume brauchen Klasse 3. Dort fallen seltener Flecken an, die Wände lassen sich mit einem feuchten Tuch an einzelnen Stellen reinigen. Für Decken reicht eine niedrigere Klasse, weil dort kaum Berührung stattfindet.
Die Räume lassen sich in einer Drei-Fragen-Wahl ordnen. Frage 1: Wie oft entstehen Flecken? Frage 2: Welche Reinigung ist nötig, trocken, feucht oder mit Schwamm? Frage 3: Welcher Glanzgrad passt zum Raum? Aus den Antworten ergibt sich die Klasse.
Ein Rechenbeispiel zeigt den Unterschied. Die Obergrenze von Klasse 2 liegt bei 20 Mikrometer, die von Klasse 3 bei 70 Mikrometer. Klasse 2 verliert damit höchstens 20 von 70 Mikrometern, also rund 29 Prozent des Spielraums von Klasse 3. Das macht den Unterschied bei täglichem Berühren.
Welcher Glanzgrad passt zu abwaschbarer Farbe?
Zu abwaschbarer Farbe passen matte bis seidenmatte Glanzgrade. Matte Oberflächen verbergen Unebenheiten und wirken ruhig, seidenmatte reflektieren mehr Licht und lassen sich leichter abwischen. Hochglanz hebt Fehler des Untergrunds hervor. Die Wahl hängt vom Raum und vom Licht ab.
Die Norm unterscheidet Glanzgrade getrennt von der Nassabriebklasse. Eine matte Farbe in Klasse 2 kann beständiger sein als eine seidenmatte in Klasse 3. Die Kombination ergibt sich aus den Angaben auf dem Gebinde.
In Küche und Bad bewährt sich seidenmatt, weil Feuchtigkeit schneller abperlt. Im Kinderzimmer erleichtert eine matte Fläche die Optik bei Kratzern. Im Flur empfiehlt sich die höhere Klasse statt des höheren Glanzes.
Farbwahl und Glanz verändern den Raumeindruck. Dunkle Töne zeigen Wischspuren stärker als helle. Wer Töne wie Greige wählt, findet Hinweise im Beitrag Wandfarbe Weiß, Beige und Greige: Unterschiede und Einsatz.
Welche Rolle spielen Untergrund und Deckkraft?
Untergrund und Deckkraft bestimmen, wie oft Sie streichen müssen. Die Deckkraftklasse 1 liegt über 99,5 Prozent, Klasse 2 bei 98 bis 99,5, Klasse 3 bei 95 bis 98, Klasse 4 unter 95 Prozent. Klasse 1 und 2 reichen meist mit einem Anstrich.
Auf dunklem Untergrund wählen Sie Deckkraftklasse 1. Das spart einen Anstrich und damit Zeit. Dispersionsfarben verdünnen Sie nicht wahllos, das senkt die Deckkraft deutlich. Neben der Deckkraft zählt die Ergiebigkeit in Quadratmetern je Liter (toom Ratgeber, Abruf 21.10.2026).
Der Untergrund muss trocken, sauber und tragfähig sein. Alte Anstriche mit losen Stellen entfernen Sie vor dem Streichen. Raufaser-, Präge- und Vliestapeten lassen sich bis zu dreimal überstreichen (Berliner Mieterverein, 2014, Rechtsstand prüfen). Mehr dazu im Lexikon: Vliestapete.
Kleine Schäden gleichen Sie mit Spachtelmasse aus. Ein Voranstrich bindet saugende Flächen. Nach dem Trocknen kommt der Deckanstrich mit Rolle oder Pinsel in zügigen Bahnen.
- Wählen Sie die Nassabriebklasse nach Raum
- Prüfen Sie die Deckkraftklasse auf dem Gebinde
- Entfernen Sie lose Altanstriche
- Tragen Sie den Anstrich in gleichmäßigen Bahnen auf
Wie pflegen Sie abwaschbare Wandfarbe?
Abwaschbare Wandfarbe pflegen Sie mit einem weichen, feuchten Tuch und mildem Reiniger. Klasse 1 und 2 vertragen leichtes Schrubben. Klasse 4 und 5 eignen sich nicht für die Reinigung, weil beim Fleckentfernen die Farbe leidet.
Wischen Sie Flecken sofort, bevor sie eintrocknen. Trockene Flecken verlangen Druck, und Druck trägt die Schicht ab. Ein Schwamm mit Wasser genügt in den meisten Fällen, scharfe Reiniger greifen die Oberfläche an.
Prüfen Sie die Reinigung an einer unauffälligen Stelle. Die Farbe verändert sich dort sichtbar oder nicht, bevor Sie größere Flächen behandeln. Auf Dauer gilt: Je höher die Klasse, desto öfter verträgt die Wand das Reinigen.
Allgemeine Information, keine Beratung. Die Angaben zu Normklassen geben den Stand der genannten Quellen vom 21.10.2026 wieder. Verbindlich sind die technischen Merkblätter und Sicherheitsdatenblätter der Hersteller. Preise und Verfügbarkeit stehen auf den Händlerseiten.
Welche Alternativen gibt es zu abwaschbarer Wandfarbe?
Alternativen sind Fliesenspiegel, Wandpaneele und abwischbare Tapeten. Sie schützen die Wand dort, wo Spritzer entstehen, etwa hinter Herd und Waschbecken. Die übrige Fläche erhält eine normale Wandfarbe der Klasse 3. Beide Wege schonen die Farbschicht.
Ein Fliesenspiegel hinter der Küchenzeile deckt die Spritzzone ab. Wandpaneele aus Holz oder Kunststoff schützen Flure in Kniehöhe. Beide Lösungen reduzieren den Verschleiß der Farbe.
Für Mietwohnungen gilt der Blick in den Mietvertrag. Die Gestaltung ohne Eingriff beschreibt der Beitrag Mietwohnung einrichten: Gestalten ohne bohren und ohne Rückbau.
Weiterlesen: Alle Farbthemen bündelt der Hub Farben und Materialien: Farbkreis, Wandfarbe und Kombinationen.
Welche Fragen stellen Leser am häufigsten?
Was bedeutet abwaschbare Wandfarbe?
Abwaschbare Wandfarbe ist eine Dispersionsfarbe, die nach DIN EN 13300 in eine Nassabriebklasse eingeordnet wird. Klasse 1 und 2 vertragen leichtes Schrubben, Klasse 3 gilt für Wohn- und Schlafräume als ausreichend. Die Klasse steht auf dem Gebinde.
Welche Nassabriebklasse brauchen Küche und Bad?
Für Küche, Bad und Kinderzimmer gilt Klasse 2 mit 5 bis 20 Mikrometer Abrieb als geeignet. Klasse 1 mit weniger als 5 Mikrometer nach 200 Zyklen bietet die höchste Beständigkeit und eignet sich für stark beanspruchte Flächen.
Ist die frühere Einteilung nach DIN 53778 noch gültig?
Nein. Die frühere Einteilung in waschbeständig und scheuerbeständig nach DIN 53778 entspricht grob Klasse 3 beziehungsweise Klasse 1 bis 2 der heutigen Norm. Maßgeblich ist die Einteilung nach DIN EN 13300.
Darf man Klasse 4 und 5 abwaschen?
Nein. Klasse 4 und 5 eignen sich nicht für die Reinigung, weil beim Fleckentfernen die Farbe leidet. Diese Farben bleiben für Decken und trockene Flächen reserviert, die keine feuchte Reinigung brauchen.
Quellen
sanier.de, Nassabriebklasse, https://www.sanier.de/wissen/nassabriebklasse, Abruf 21.10.2026.
toom Ratgeber, Deckkraft von Farben, https://toom.de/selbermachen/bauen-renovieren/wand-decke/waende-streichen/deckkraft-von-farben/, Abruf 21.10.2026.
Berliner Mieterverein, Rückgabe der Wohnung, 2014, Rechtsstand prüfen.
Häufige Fragen
Was bedeutet abwaschbare Wandfarbe?
Abwaschbare Wandfarbe ist eine Dispersionsfarbe, die nach DIN EN 13300 in eine Nassabriebklasse eingeordnet wird. Klasse 1 und 2 vertragen leichtes Schrubben, Klasse 3 gilt für Wohn- und Schlafräume als ausreichend. Die Klasse steht auf dem Gebinde.
Welche Nassabriebklasse brauchen Küche und Bad?
Für Küche, Bad und Kinderzimmer gilt Klasse 2 mit 5 bis 20 Mikrometer Abrieb als geeignet. Klasse 1 mit weniger als 5 Mikrometer nach 200 Zyklen bietet die höchste Beständigkeit und eignet sich für stark beanspruchte Flächen.
Ist die frühere Einteilung nach DIN 53778 noch gültig?
Nein. Die frühere Einteilung in waschbeständig und scheuerbeständig nach DIN 53778 entspricht grob Klasse 3 beziehungsweise Klasse 1 bis 2 der heutigen Norm. Maßgeblich ist die Einteilung nach DIN EN 13300.
Darf man Klasse 4 und 5 abwaschen?
Nein. Klasse 4 und 5 eignen sich nicht für die Reinigung, weil beim Fleckentfernen die Farbe leidet. Diese Farben bleiben für Decken und trockene Flächen reserviert, die keine feuchte Reinigung brauchen.
Design- und Kaufhinweise sind redaktionelle Orientierung, keine Produkttests; Preise und Verfügbarkeit nur auf den Händlerseiten.


